Unfruchtbarkeit

Über Unfruchtbarkeit (Infertilität) sprechen wir dann, wenn bei einer Frau nach einem Jahr regelmäßigen Geschlechtsverkehrs ohne Verhütungsmittel keine Schwangerschaft eintritt. Es wird eine Konsultation mit dem Gynäkologen und Durchführung von Basisuntersuchungen der Ursachen für Infertilität bei den beiden Partnern empfohlen.

Ursachen für die Unfruchtbarkeit bei Frauen

Anovulation – Ausbleiben des Eisprungs im weiblichen Zyklus (Anovulation)  und mangelhafte Funktion des Gelbkörpers

Versagen der Eierstöcke, wenn man auch nach hormoneller Stimulation der Eierstöcke keine Eizelle gewinnen kann

Unpassierbarkeit der Eierleiter – oft in Folge von Entzündungen im Bereich des kleinen Beckens (Blinddarmentzündung, gynäkologische Beckenentzündungen) oder Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter im Eierleiter.

Endometriose – ein Zustand, in dem die Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle am Peritoneum, in Eierstöcken oder an anderen Stellen vorkommt.

Immunologische Ursachen –  Antikörper gegen Spermien im Schleim des Gebärmutterhalses und Steigerung der Zellenimmunität gegen Spermien und der künftigen Plazente.

Genetische Ursache für Unfruchtbarkeit bei einem oder beiden Partnern.   

Genetische Ursache –  eingeborene Abnormalitäten in der Chromosomanzahl.

Idiopatische Ursache, wenn auch nach sämtlichen Untersuchungen die Ursache unbekannt bleibt

Untersuchung der Frau

An erster Stelle stehen jeweils die Anamnese und die grundsätzlichen gynäkologischen Untersuchungen. Bei der Frau werden ferner Hormonpegel aus dem Blut festgestellt, wovon eventuell Funktionsreserve der Eierstöcke ersichtlich ist – Anti-Mullerian Hormon- AMH , Follikelstimulierende Hormon – FSH, Luteinisierungshormon – LH, Prolaktin- PRL, Estradiol- E2, Progesteron und gleichzeitig Hormone der Schilddrüse – freies Tetrajodthyronin – fT4 und Thyreoidea-stimulierendes Hormon – TSH.

Gleichzeitig wird eine Ultraschalluntersuchung der Eierstöcke und der Gebärmutter ungefähr in der Mitte des Menstruationszyklus vorgenommen, wodurch die Ovulation festgestellt wird.

Die Durchgängigkeit der Eierleiter kann auch aufgrund einer Untraschall- oder Röntgenologieuntersuchung festgestellt werden, meistens wird sie aber in Form von diagnostischer Laparoskopie untersucht.

Bewertung der Gebärmutterhöhle mit Techniken der diagnostischen Hysteroskopie.

Untersuchung des Mannes

Zur Feststellung von Ursachen für Unfruchtbarkeit bei einem unfruchtbaren Paar ist jeweils als erstes das Spermiogramm des Partners nach einer zwei- bis dreitägigen Geschlechtsabstinenz vorzunehmen. Bei stark abweichenden Ergebnissen sollten sich die Männer einer detailierten Untersuchung beim Andrologen unterziehen.

Normalwerte des Spermiengramms gemäß WHO vom Jahre 2010.

Farbe: grau, opalmäßig
Volumen: > 1,5 ml
Konzentration: ≥ 15 mil/ml
Vitalität: > 58%
Progressive Motilität: ≥ 32 %
Morfologie: ≥ 4 % Normalformen

Terminologie der Ergebnisse:

–  Normozoospermie  (sämtliche Parameter entsprechen der Norm)

–  Oligozoospermie (geringere Spermienanzahl, jedoch mit Normalbeweglichkeit)

–  Asthenozoospermie (Befund mit einer niedrigeren Spermienbeweglichkeit)

– Teratozoospermie (Befund von abnormalen Spermienformen)

– Azoospermie (Absenz von Spermien in der untersuchten Probe)

Quelle:  World Health Organization reference values for human semen characteristics Cooper TG, Noonan E, von Eckardstein S, Auger J, Baker HW, Behre HM, Haugen TB, Kruger T, Wang C, Mbizvo MT, Vogelsong KM: Hum Reprod Update. 2010 May-Jun;16(3):231-45.

 

 Assistierte Reproduktion (künstliche Befruchtung)

Wenn nach der konservativen Behandlung (Ovulationsinduktion) keine Schwangerschaft eintritt, werden Methoden der assistierten Reproduktion in Anspruch genommen. Diese stellen dann solche Verfahren dar, bei denen man im Rahmen der Infertilitätsbehandlung mit Menschengeschlechtszellen (Spermien und Eizellen) manipuliert.

Die Klinik GYNEM bieten die folgenden Methoden der assistierten Reproduktion: IVF und Eizellspende